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Guitars

Rezensionen

In den Neunziger Jahren fiel Mike Oldfield bislang vor allem durch das Ideen-Recycling seines bahnbrechenden Debütalbums "Tubular Bells" von 1973 auf. Doch nun beschränkt er sich aufs Wesentliche - und liefert so erneut ein Meisterwerk ab. Wie der Titel schon sagt, spielt Oldfield hier ausschließlich Gitarren. Und dabei zeigt er, welch phänomenale Vielfalt an Klängen er aus den Saiten kitzeln kann. Anspieltip: "Out Of Sight". Klang: einwandfrei. Meinung: sehr empfehlenswert. (aus Computer Bild)


Zur Gitarre hat Mike Oldfield ein besonders intensives Verhältnis. Das ist seit seinem meisterlichen Debüt mit "Tubular Bells" (1973) hinlänglich bekannt. Nahezu jedes Album hat er seitdem mit seiner großen Virtuosität, seiner Feinfühligkeit und seinem Einfallsreichtum bestückt, wobei die Gitarre meist im Vordergrund stand. Folgerichtig liegt auch bei "Guitars" der Schwerpunkt auf dem Instrument mit sechs Saiten. Wie gewohnt, schrieb und produzierte Oldfield das gesamte Album in Eigenregie. Als vielseitiger Könner, der ohne synthetischen Bombast auskommt, wenn es um Tiefe und sensible Melodien geht, läßt er zwar die Computertechnologie nicht außen vor, beschränkt sich aber auf die Verwendung sequenzierter Midi-Gitarren und Gitarrensamples, um Soundböden zu konstruieren. Die insgesamt zehn Songs verbreiten so eine atmosphärische und zuweilen sehr romantische Stimmung. Die enorme Spannbreite der Gitarre macht sich Oldfield dabei zunutze. Von typisch folkloristischen Kompositionen bis zu treibenden, pulsierenden Sounds mit schweren Beats und ultraharten Metalgitarren reicht das Klangspektrum, das er auf akustischen und elektrischen Gitarren erzeugt. Eine wahre Orgie an diversen Rock/Pop-Stilistiken entfesselt der Brite, die einerseits aufwühlend sind, andererseits den Hörer in friedvolle Welten entführen. Mit "Guitars" ist Mike Oldfield nach dem nicht so ganz überzeugenden Aufguß seines "Tubular Bells"-Albums ein neuer Geniestreich gelungen, der die Wurzeln der Rockmusik neu sprießen läßt. (aus Aktiv)