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Light + Shade

Rezensionen

Mike Oldfield trennt sein neues Album in zwei Teile mit je acht Stücken: Ist "Light" der entspanntere Part, so geht es in "Shade" lebhafter, düsterer zu. Ein vielschichtiges Werk, zu Hause aufgenommen, größtenteils am Computer entstanden. Auch beide Teile für sich genommen haben Licht und Schatten. "Light" ist dann stark, wenn die Gitarre ins Spiel kommt, plätschert manchmal aber auch sehr seicht. "Shade" pulsiert sphärisch, verliert sich aber auch in Dutzend-Beats. Auch hier sorgen Gitarren für Highlights. Wertung: *** (aus Aachener Zeitung)
 


"First Steps" entstammt, wie etliche andere Tracks auf "Light + Shade", dem Soundtrack zu Oldfields Virtual Reality-Spiel "Tres Lunas". Eine Gitarrenmelodie dominiert, unterstützt von Streicherklängen. Obwohl im Verlauf ein recht passabler Baß ins Spiel kommt, der zur Abwechslung mal einen Hauch Tempo vorlegt, und obwohl die Nummer (nach bereits sechs Minuten Spieldauer) noch einmal zu epischer Breite aufläuft, tönt alles in einer Weise absehbar und zweidimensional, daß man Atemnot bekommt.

Richtig schlimm wird es bei "Closer" (eine Dudelsackhymne bleibt eben einfach eine Dudelsackhymne, auch, wenn man ihr die Dudelsäcke nimmt) und "My Father", wenn eine primitive Melodie und ein mäßiges Vocal-Sample mit einem blutleeren Synthie-Beat versetzt werden. Einen blasphemischen Kommentar zu der beigefügten Information, der Track sei entstanden, während Papst Johannes Paul II. im Sterben lag, verkneife ich mir an dieser Stelle ebenso, wie jegliche Äußerung zu der grauenvollen, durch eine Stimmsoftware-Mühle gedrehten Jodelei in "The Gate".

Schlimmer geht es kaum, möchte man meinen - und liegt falsch. Wir haben ja noch Teil 2, "Shade". Wie bereits in der ersten Hälfte basieren die Tracks auf computerprogrammierten Sounds, die Grundstimmung träger Melancholie bleibt, nur dass diese auf "Shade" zusätzlich mit unsagbar miesen Umz-Umz-Kirmestechno-Beats unterlegt wird. Euro-Dance, nicht nur light, sondern zusätzlich auch noch koffeinfrei. Nein, auf einen beschaulichen Aufguß von Dario Gs "Sunchyme" hat wirklich niemand gewartet. Da hilft es nichts, einen Anflug von Walgesängen ("Quicksilver") oder jaulende E-Gitarren ("Tears Of An Angel") beizumengen, oder Schillers Christopher von Deylen mit Baß und Schlagzeug zu Rate zu ziehen ("Nightshade"). Dachte ich eine halbe Stunde zuvor noch, "The Gate" könne unmöglich unterboten werden: "Romance", die Verwurstung der sattsam bekannten spanischen Gitarrenromanze, belehrt mich erneut eines Besseren.

Stellt sich jetzt die Frage, ob man einen Mike Oldfield mit der Niedrigst-Wertung abwatschen darf. Nein, das darf man nicht. Man muß, und das ist wirklich mehr als schade. (aus laut.de)
 


Rrr-zzz. Rrr-zzz. Wir hören das Geräusch nicht allzu lauten, aber um so stetigeren Schnarchens. Es scheint ein tiefer, fester Schlaf sein. Möglicherweise versüßt von angenehmen Träumen. Weniger schön ist allerdings die Hintergrundmusik dieser Soundeffekte. Irgendjemand hat wohl den folgenschweren Fehler begangen, den neuen Tonträger von Mike Oldfield auf einen wehrlosen CD-Player loszulassen. Aber immerhin mußte der arme Hörer nicht lange leiden. Viel zu schnell entschlief er.

Dabei konfrontiert "Light + Shade" - für besonders Mutige gleich als Doppel-CD ausgeliefert - die Gesellschaft mit beeindruckendem technischen Fortschritt. Das Album ist ein hervorragendes Anästhetikum. Anstatt chemische Keulen zur Narkose zu verwenden, könnten Mediziner künftig einfach auf Beschallung ausweichen. Unmittelbar verfällt der Körper in Tiefschlaf. Und das ganz ohne unerwünschte Nebenwirkungen. Man schlage bitte den Ex-Musiker für den Medizin-Nobelpreis vor.

Ex-Musiker? Nun, irgendwann in grauer Vorzeit hat Oldfield mal mit übereinandergetürmten Bandschlaufen für Furore gesorgt. Der enorme Erfolg von "Tubular Bells" legte Anfang der Siebziger den Grundstein für das damals noch jungfräuliche Indielabel Virgin, und in den Achtzigern räumte er mit hartnäckigen Ohrwürmern wie "Moonlight Shadow" oder "To France" ab. Das ist lange her. Längst hat sich Oldfield am Rechner zur Ruhe gesetzt. Statt der Gitarre faßt er nur noch die Maus an. Hin und her schiebt er abgenudeltste Synthwolken, unterlegt sie mit betäubten Rhythmen und monochromen Melodien. Irgendwann glaubt er, die jeweils richtige Position für diesen Kram gefunden zu haben. Und gibt dem fertigen Werk Namen wie "First Steps" oder "Sunset". Vermutlich, weil es seine ersten Schritte mit einer neuen Software waren, die andauerten, bis er bei Sonnenuntergang keine Lust mehr hatte.

Das Ergebnis: "Light + Shade" wurde derart mit Harm-, Belang- und Sinnlosigkeiten geimpft, daß man sich wundert, daß nicht schon der Laser der Abspielgerätes zu gähnen beginnt. Möglich, daß hier sogar die Nullen und Einsen im Polycarbonat gelangweilt Däumchen drehen und wegdämmern. Besonders hinterlistige Menschen verkaufen derlei Stillstand gerne als "Ambient" und verwenden Vokabeln wie "spacig" oder "atmosphärisch". Das dürfen, nein, müssen Leute hören, die Moby für einen skrupellosen Brutalo halten. Oder Pink Floyd für hektische, hyperaktive Ballermänner. "Light" soll die sanfte Seite des Briten darstellen, während "Shade" sich der dunklen, modernistischen Seite widmet. A different kind of Schnarch. Rrr-zzz. Rrr-zzz. (aus Plattentests-Online.de)


Selten hat ein Album von Mike Oldfield bei den Fans des Musikers so unterschiedliche Reaktionen ausgelöst wie "Light + Shade". Schon vor der Veröffentlichung lieferten sich seine Anhänger in diversen Internet-Foren wahre Duelle darüber, ob der neueste Longplayer des Instrumental-Künstlers fantastisch oder enttäuschend ist. Darüber lässt sich trefflich streiten, aber Fakt ist, dass die auf diesem Album vertretenen Melodien einem nicht wirklich ins Ohr gehen oder im Gedächtnis bleiben. Dabei bringt Oldfield gleich eine Doppelalbum mit je acht Songs pro CD heraus.

Auf "Light" finden sich eher chillige Tracks wie "Angelique" oder "First Steps", allesamt am Computer kreiert und nur selten von realen Instrumenten unterstützt. Bei "The Gate" kann sich der bayerische Hörer ein Schmunzeln wohl nicht verkneifen, schließlich fährt Oldfield hier eine Art Alpenjodler auf, den er den ganzen Song über variiert. Wirklich schön ist nur die Ballade "Rocky", inspiriert vom Pferd des Künstlers, zu dem Oldfield offenbar ein recht enges Verhältnis hat. Die Piano-Melodie klingt verträumt und irgendwie vertraut, als bestünde hier ein echtes Gefühl der Nähe. Eher kühl hören sich dagegen die Songs auf "Shade" an. Hier dominieren meist vernachlässigbare Dance-Tracks, die offenbar von der Club-Szene auf Oldfields Wahlheimat Ibiza beeinflußt wurden.

"Quicksilver" ist laut Künstler der Versuch, die Bewegungen von Delphinen und Luftblasen unter Wasser einzufangen. Funktioniert aber leider nicht, denn hier erinnert nichts an das Meer oder seine Bewohner. Überhaupt erklärt Oldfield in der Pressemeldung jede Nummer und was genau ihn zu der jeweiligen Melodie inspiriert hat, aber ohne Songtexte läßt sich das in den einzelnen Instrumentalnummern kaum erkennen. Daran ändert auch die Zusammenarbeit mit "Schiller"-Chef Christopher von Deylen nichts, der bei "Nightshade" die Percussion übernimmt. Letztendlich erinnert das Album an eine TV-Talkshow: Ist manchmal ganz unterhaltsam, aber hängen bleibt hier nichts. Synthie- und Oldfield-Fans werden aber schon auf ihre Kosten kommen. Und für die Hintergrundmusik bei einer Yogastunde könnte "Light" ganz nützlich sein. (aus Lübecker Nachrichten)
 


22 Solo-Alben in 23 Jahren, sowie die Titelmelodie von "The Exorcist" und der Soundtrack zu "The Killing Fields" zeichnen Mike Oldfield als ruhmvollen, exzentrischen Komponisten und Musiker aus. Nun veröffentlicht der Altmeister das epische Doppelalbum "Light + Shade". "Light" beinhaltet Ambient- und Chillout-Musik, während das Gegenstück "Shade" mehr aufs Gaspedal drückt und sich mehr am Trance orientiert. Eigentlich müsste es doch genau umgekehrt sein: Der Schatten würde sich doch eher zum Kuscheln bei Chillout-Sound aufdrängen und das Licht, um darin zur Trance-Musik zu tanzen?! Aber egal. Was der Oldfield da praktisch im Alleingang am Computer zusammengewerkelt hat wirkt insgesamt sehr harmonisch. Und bei allem elektronischen Ursprung auch immer typisch Mike Oldfield. Die Vocals wurden mit der Software Vocaloid erzeugt. Das ist Geschmacksache und eine Frage der Philosophie. Aber das Ganze paßt perfekt ins Gesamtbild.

Die CD "Light" fängt ruhig und chillig an. Alles ist sehr geschmackvoll. Die Harmonien haben einen hohen Wiedererkennungswert, das ist Oldfield. Sogar das zaghafte, verträumte "Blackbird", das auf einem Steinway-Flügel eingespielt wurde, kann man dem Gitarristen sofort zuordnen. Es hat kaum Effekte und keine Rhythmus-Untermalung, nur der gefällige Klang des Pianos. Herzstück von "Light" ist aber bestimmt das fast 10-minütige "First Steps" mit dem coolen Rhythmus im Mittelteil und der tragenden Piano-Melodie.

Heftig dann der Einstieg zu "Shade". "Quicksilver" pulsiert mit einem stampfenden Techno-Beat genau wie das trancige "Slipstream". "Resolution" ist ein cooler, rockiger Song mit starken Harmonien. Allerdings hätte hier ein Live-Drum besser gepasst, als der synthetische Beat und auch die schreiende Computerstimme im Refrain hätte man sich wohl sparen können. Bei "Surfing" und "Tears Of An Angel" kommt dann auch die Gitarre mal so richtig zu Einsatz. Nicht, daß die Gitarre insgesamt zu kurz käme. Aber wer fricklige Soli erwartet, liegt hier definitiv falsch. Den Verzerrer lässt Oldfield überwiegend auf der Seite.

Einiges hat Oldfield bei sich selber abgeschaut. Es tauchen viele bekannte Melodien aus dem PC-Game "Maestro" und vom Album "Tres Lunas" auf. Den Trance-Remix von "Romance" sollte man ganz schnell wieder vergessen. Alles in allem ist "Light + Shade" ein gelungener Mix aus Simplizität und Komplexität und ein Trip durch verschiedene Stilrichtungen und Emotionen. Die Songs haben alle viel Atmosphäre, sind facettenreich und souverän gemacht. Für Freunde der elektronischen Musik ist "Light + Shade" ein akustisches Erlebnis. Für Oldfield-Fans der ersten Stunde dürfte die Doppel-CD eher eine Enttäuschung sein.

Übrigens: "Light" enthält als CD-ROM-Teil das Programm u-myx und vier Songs in diesem Format. Damit kann man durch ein- und ausschalten der einzelnen Spuren seinen eigenen Remix herstellen. Die Möglichkeiten sind allerdings schon sehr eingeschränkt. (aus Music.ch)


Der Guru der einst fast revolutionären Instrumental-Klänge von "Tubular Bells" komponiert hier ein Werk voll chilliger Ambient-Sounds in minimalistischer Manier, mit kaskadenhaften Vocals und sanft säuselnden Grooves, die teils etwas gewollt wirken. Nomen est omen: "Licht und Schatten" liegen hier dicht beieinander. "Ich bin eher ein Techniker, der seine Ideen in Töne umformt", erklärt der Meister - in feiner Auflösung, klar, jedoch teils sehr hallig. (aus Audio)


Wie eng Schönheit und Banalität beieinander liegen können, zeigt Mike Oldfields jüngstes Opus: Ist das nun Funktionsmusik, Tonsetzerei für Leute, die "Musik zum Träumen" brauchen, oder etwa doch Kunst? Schön sind sie ja mitunter, die 16 Stücke, verteilt auf die CDs "Light" und "Shade", vom Charakter her passend zu den jeweils titelgebenden Lichtverhältnissen. Es dudelt, flirrt und klimpert aufwendig, doch den Weg ins Herz will diese Musik nicht finden. Zu flach, zu kühl, zu berechenbar. Gebrauchsmusik, die im Hintergrund nicht stört, im Vordergrund jedoch gehörig langweilen kann. (aus Stereo)
 


Das neue Doppel-Album "Light + Shade" erscheint nach einer dreijährigen Phase, in der sich Mike Oldfield Virtual-Reality-Spielen gewidmet hat. Jetzt also wieder Musik, und der Meister der "Tubular Bells" legt eine exzellente Computer-Arbeit vor, die seine beiden Gehirnhälften repräsentieren soll. "Light" als Ambient/Chill out-Seite seines Schaffens und "Shade" als das bombastischere, gewichtige Gegenstück. Mal simpel, mal komplex. Mal melodiös, mal orchestrale Opulenz. Elektronische Dance-Musik ("Quicksilver", "Slipstream") ist zu finden, ein Hauch von Blues ("Closer"), "The Gate" mit melancholischen Anflügen, "Tears Of An Angel" mit afrikanischen Vibes, schließlich das Zehn-Minuten-Opus "First Steps", in dem er alle Register zieht. (aus Wiesbadener Kurier)


Das neue Opus von Pop-Sinfoniker Mike Oldfield, der Titel läßt es ahnen, teilt sich in eine "helle" und eine "dunkle" Seite, und zu sagen, beide klängen gleich, wäre etwas unfair. Unterschiede gibt´s schon: Auf "Light" dominiert eher der bekannt klangmalerische Oldfield-Sound, "Shade" tönt "technoider". Doch stets wird das große existenzialistische Rad gedreht ("Our Father" etwas hat das Leben und Sterben von Papst Johannes Paul II. zum Thema) und der typisch melodramatische Ton angeschlagen - das allerdings in brillantem Sound. Musik: 5, Klang: 9, Repertoire: 5. (aus Stereoplay)


Zwei neue Platten sollen nicht weniger als die Psyche Mike Oldfields akkurat vertonen. Auf "Light" ist zart pathetische Synthesizer-Musik für Baby-Boomer, auf der selbst die Gitarre irgendwie digital klingt, und insgesamt kommt so eine Art 80s-Ambient heraus. "Shade" ist das etwas dramatischere Gegenstück dazu: Dance-Beats, Club-Sounds und gelegentlich ein progressiver Ausfallschritt empfehlen das Album dem gediegenen Raver. Ying und Yang, Kling und Klang, so macht sich Oldfield seine Musik. (aus Rolling Stone)


Tja, der Mann hat seinen Stil gefunden und versucht, diesem noch neue Nuancen abzugewinnen.

Auf dieser Doppel-CD ist die erste Seite voller Ambient-/Chillsounds, die sehr, sehr beruhigend bis einschläfernd wirken. Denn die flächigen Sounds entbehren jeglicher Dynamik oder Abwechslung, egal ob mal ein Piano, Gitarren, Vokal-Samples oder Streicher dominieren. Perfekte Musik zur Raumbeschallung. CD2 ist temperamentvoller geraten - hier dominieren billige Beats über die ansonsten gleichen Soundstrukturen.

So ruiniert er sich seinen Ruf. (aus Themenguide Online)


Oldfield, hoch gelobt und gleichsam viel geschmäht, ist stets für eine Überraschung der musikalischen Art gut. Nach Ausflügen in die Computerspiel-Welt legt er nun gleich ein Doppelalbum vor, das für den Hörer wahrlich "Licht und Schatten" in sich birgt. Für eingefleischte Oldfield-Anhänger dürfte die A-Seite ("Light") fast ein wenig zu meditativ angehaucht sein, die B-Seite womöglich gar der "finstere Abgrund" ("Shade"). Dance- und Trance-Jünger haben da schon eher Grund zum Aufhorchen: Der "Altmeister" zeigt sich jung und feurig und läßt mit seinen sphärischen Sound-Experimenten (u. a. "Nightshade" mit Christopher von Deylen/Schiller) jegliches Blut in Wallung geraten. Macht laut eigenen Worten Musik, "der Unterwasserbewegung von Delphinen nachempfunden". Musik, die "wie Eis klingt". Musik, wie "wenn sich Paare mit Rechtsanwälten bekämpfen". Klingt verrückt, ist es auch. Der neue Oldfield als ein Doppelalbum der Extreme - und eine wahrhafte Entdeckung. (aus Ostsee-Zeitung)