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QE2

Rezensionen

Mit der Langspielplatte "QE2" wendet sich Oldfield ab von den dynamischen Übersteigerungen der elektronischen Rockmusik mit ihren Sound-Gewittern, Klangballungen und dem Aufwand effektvoller Arrangements. Oldfield musiziert kammermusikalisch transparent, mit kindhafter Freude am Spiel, heiter und freundlich in der Grundstimmung, und selbst in seinem Titel "Conflict" geht er echten Auseinandersetzungen aus dem Wege. Der vielseitige englische Instrumentalist will mit seiner vorwiegend meditativen Musik die Hörer vor allem erfreuen und entspannen. Er liebt es, seine eingängigen Liedweisen arabeskenhaft zu umspielen. Harmonisch negiert er oft das traditionelle Dur-Moll-System, läßt sich gern durch außereuropäische Klangbilder beeinflussen und greift auch auf pentatonische Melodieformungen zurück.

Einigen seiner Songs legt Oldfield Ostinatobildungen zugrunde, über denen sich seine feingliedrig-sensible, spielerisch-grazile Musik gelöst entfalten kann. Klanglich werden die Hörer nicht überrannt. Oldfield zwingt sie, auch im Leisen intensiv zuzuhören. Der Abba-Titel "Arrival" wird gleichsam entschlagert. Mit Jerry Lordans "Wonderful Land" vermittelt Oldfield die Vision einer heilen, schönen Welt. Man spürt nicht nur in diesem Titel sein Bestreben, eine musikalische Einfachheit zu erreichen, die das Simple von vornherein ausklammert. Nicht immer gelingt ihm das. In "Molly" reduziert er den Klang auf das äußerste. Man gewinnt den Eindruck, daß sich Oldfield vor sich selbst zurückzieht, wenn das Stück – kaum begonnen – nach einer reichlichen Minute schon verklingt. (Gottfried Schmiedel, Amiga)