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Gitarrist und Elektroniker Mike Oldfield
bleibt dem Stil treu, womit er 1973 mit seinem Debütalbum
"Tubular Bells" den Trend der damals als New Age
und heute als Ambient bezeichneten Musik einläutete.
Chill Out nennt er die Werke der neuen CD "Tres
Lunas", gänzlich verhaltene, fast statische
Entspannungsmusik. So etwas hört man nicht nur in seiner
Wahlheimat Ibiza nach wilden Techno-Parties zum
Runterkommen und Abschlaffen.
Dramatische Wendungen werden folglich auf den 14 teils
instrumentalen Kompositionen nicht geboten. Es läuft
alles in gemäßigten und ruhigen Bahnen, manchmal bis an
die Grenze des süßlichen Kitsches, wie etwa bei
"Return To The Origin" (Gesang Sally Oldfield)
oder "Daydream" mit lieblichem Piano. Obwohl
neben Electronics auch eine Reihe konventioneller
Instrumente, wie etwa das Saxophon auf "Misty",
zum Einsatz kommen, geizt Oldfield insgesamt mit seinem
versierten Gitarrenspiel, das "No Mans Land" zum
instrumentalen Höhepunkt des Albums macht. Die Single
"To Be Free", in zwei Versionen auf der CD, und
der einzig wirklich durchstrukturierte Song mit
Afro-Rhythmen erinneren mit dem Gesang seiner Schwester
stark an den Stil von Enya. Für die romantische Stimmung,
die uns alle mal einholt, auch wenn wir nicht bei jedem
Oldfield-Werk die Glocken läuten hören. Wer auch etwas
sehen will, kann sich dazu das garantiert gewaltfreie
Computerspiel Music VR mit Oldfield-Musik besorgen.
Die kurze Demo-Version liegt der CD als Bonus bei. (aus
Amazon, Ingeborg Schober)
"Moonlight Shadow", lalalaaaaa. Hits sind
Fluch und Segen, manchmal dann nur noch Fluch. 300 Jahre
nach dem Erfolgssong wird der alternde Star immer noch mit
seiner wehmütigen Schnulze assoziiert, obwohl der Song
schon damals ziemlich untypisch für den genialen
Klangzauberer war. Ein Album wie "Tubular Bells"
für die Reputation, eine Single wie "Moonlight
Shadow" oder "To France" für den
Geldbeutel - so der vermeintliche Zwiespalt, in dem böse
Menschen Oldfield über Jahre hinweg sehen wollten. Der Künstler
stand dem freilich stets viel lockerer gegenüber. Es ist,
als wollte Mike Oldfield auch mit seinem neuen Album
"Tres Lunas" sagen: "Hey, Leute, schaut
her, es geht mir gut. Alles okay, wirklich".
Die Platte ist ein in der Tat chilliges Album geworden,
das danach verlangt, die Beine hoch zu legen. Kein
Altherrenschrott mit Selbstverwirklichungsdrang, auch keine
gar so episch ausladenden Dramen, die Oldfield in der
Vergangenheit manchmal inszenierte - sondern Musik, die
jeden entspannt, das könnte man schwören. Wobei die
Strukturen nicht langweilig sind. Besonders die wenigen Stücke
mit Frauenstimme sind gelungen und jeder, der mit Harmonie
bis zum geht nicht mehr leben kann, wird diese Platte mögen,
unabhängig davon, ob er jemals schon etwas von Mike
Oldfield gekauft hat. "Tres Lunas" könnte jeder
geschrieben haben, oder anders: Man merkt nicht, dass es
Mike Oldfield ist, was als Kompliment zu verstehen ist.
Kleine Nörgeleien zum Ende hin müssen allerdings übersehen
werden, jaulende Gitarrenläufe passen nicht auf dieses
Album, haben nichts darauf verloren. Trotzdem eine souveräne
Chill-Out-Platte. (aus Heilbronner Stimme)
Mike Oldfields neues Album "Tres Lunas"
besteht ausschließlich aus Chill Out-Werken, also
verhaltener Entspannungsmusik. Zum größten Teil sind es
instrumental gehaltene Kompositionen ohne jedwede
Spannungen, Besonderheiten oder interessante Auffälligkeiten.
Der Track "Return To The Orgin" mit dem
einzeiligen Flüstergesang von Sally Oldfield reiht sich
voll in diese gleichförmigen und einschläfernden Stücke
ein.
Der einzige wirkliche Song ist das bereits als Single
ausgekoppelte "To Be Free", ebenfalls mit dem
Gesang der Schwester. Hier gibt es plötzlich einen
Rhythmus und Varianzen in den Klängen. Es ist natürlich
auch ein recht ruhiges Stück, aber eben das Einzige,
welches sich aus dem übrigen zähen esoterischen Brei
abhebt. Deshalb ist es wohl auch gleich noch als
Radio-Version enthalten. Für ein ganzes Album ist das
aber eindeutig zu wenig und auch das auf der zweiten CD
enthaltene Computerspiel wird es wohl kaum schaffen, das
Interesse an dieser Veröffentlichung zu steigern. (von
bloom.de)
Als Mike Oldfield 1973 mit seinem
Album "Tubular Bells" die Popgeschichte
neu schrieb - ein einziges Stück auf zwei Plattenseiten
verteilt - wurde er noch als der Gründervater der New Age
Music bezeichnet. Heute sieht man das alles ein wenig nüchterner
und kann Mike Oldfield getrost als Urgestein des
Chill-Out- und Ambient-Sounds bezeichnen.
Keiner kann aus seiner Gitarre derart entspannte, verträumte
und sphärische Klänge zaubern, wie der sympathische
englische Saitengott.
Doch nicht nur als Experimentalist konnte sich Oldfield
einen Namen machen, denn Hits wie "Moonlight
Shadow" oder "To France" sind
heute wahre Klassiker.
Auf seinem neuen Album "Tres Lunas" entführt
uns Oldfield in seine Wahlheimat Ibiza. Hier entstehen im
balearischen Licht seine sensiblen Klanggebilde, die mit
ihren relaxten Grooves auch in jede Chill-Out-Area passen
würden. 7/10. (von Aon.at)
Wie ist
uns dieser Mann mit seinem Zuckerwatteohrwurmfortsatz
"Moonlight Shadow” auf die Nerven gegangen. Und
heute? Tut immer noch so, als sei die elektronische
Musikzeit einfach stehen geblieben, ca. 1983. Zehn Jahre
davor veröffentlichte er das Konzeptalbum "Tubular
Bells", das zwar im Korsett der New Age Musik restlos
gefangen war, aber eine überraschende Wende in der
Rockmusik andeutete. Nun also "Tres Lunas", das kaum
eine Veränderung im Kosmos des Mike Oldfield andeutet.
Die Musik ist steril, ohne Leben, plätschert einfach
dahin, wird kaum wahrgenommen. Irgendwie scheinen die
drei Monde des Mike Oldfield immer schon da gewesen zu
sein. Oder erst jetzt hinzugekommen. Was im Grunde
völlig egal ist. Wie die Platte an sich. (aus Westzeit)
Was will der Mann? Tantiemen reklamieren für ein
Genre, als dessen Urahn er sich wähnt? Wenn das so ist,
verwechselt Mike Oldfield Chillout allerdings mit
Porno-Soundtracks. Seine glibberigen Sounds wurden
inspiriert von einigen Jahren Ibiza. Doch wenn Oldfield
einst - Mitte der 70er - Vorreiter eines neuen Stils
war, so hechelt er ihm heute Jahre hinterher. Mit
Daunen-Keyboards, modischen Tablas und typischer
Flirrgitarre will unser Tüftler sich bei der jungen
Downbeat-Generation einschmeicheln. Und was erreicht der
Mann? Ethnogeplänkel von beinah Cretu'schem Nie-wo.
Musik so aufregend wie ein Zwetschgendatschi von
Coppenrath & Wiese. (aus Kulturnews)
Die Zeit, die Mike Oldfield auf Ibiza verbracht hat,
hatte sich schon auf "Tubular Bells III" in einer
Annäherung an die Musik der dort ansässigen Partyszene
niedergeschlagen. Sein neues Album "Tres Lunas" bietet
ähnliches; ein Sticker auf dem Album verheißt uns, daß
es sich hierbei um Mike Oldfields erstes Chill Out-Album
handelt. Stimmt sogar! Die Musik selbst klingt
erwartungsgemäß recht weichgespült; natürlich stören
keinerlei Gitarrenparts oder gar Dissonanzen den
fließenden Strom der Musik. Chill Out eben. Nur leider
recht gesichtslos: Schön wäre es gewesen, wenn Mike
Oldfield bei seiner Annäherung an aktuelle (?) Trends
diese dazu genutzt hätte, sie mit seinen eigenen
Trademarks zu verzahnen, man hört ihn selbst und seine
Musik nur sehr selten heraus. Und zu allem Überfluss
sind Chill Out-Alben auch mehr als inflationär geworden,
braucht die Welt noch ein Weiteres? (aus Der
Schallplattenmann)
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