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Tubular Bells 2003

Rezensionen

Nach drei Jahren Arbeit präsentierte Mike Oldfield 1973 ein imposantes Werk, das die meisten Plattenfirmen für zu anspruchsvoll und unverkäuflich hielten. In Tat und Wahrheit hat es Oldfield nie wieder geschafft, die Musik-Welt derart zu bewegen wie mit "Tubular Bells": 16 Million Mal wurde das Album verkauft. Zum 30-Jahr-Jubiläum hat der britische Multiinstrumentalist sich den lang gehegten Wunsch erfüllt und das Werk komplett neu eingespielt. Er habe alle spielerischen und produktionstechnischen Unvollkommenheiten auszumerzen wollen. Sofort fällt der neue Sound auf. Dabei hört man weniger den Keyboardflächen und Glocken den Zeitsprung an, sondern vielmehr den Saiteninstrumenten. Druckvoller und kantiger. (aus Music.ch)
 


Es gibt wohl kaum einen Musikfan, dem Mike Oldfields Album "Tubular Bells" kein Begriff ist. 30 Jahre nach der Erstveröffentlichung geht für den englischen Klang-Künstler und auch für seine Fangemeinde ein Herzenswunsch in Erfüllung: Oldfield hat sein bahnbrechendes Instrumental-Album komplett neu eingespielt und vollführt mit "Tubular Bells 2003" einen Spagat zwischen den Sound-Visionen der Vergangenheit und den technischen Möglichkeiten der Gegenwart.

Die Urversion von "Tubular Bells" gilt als Meilenstein der modernen Rock- und Popmusik und ist zugleich ein Werk der Superlative: Erst 19 Jahre war der bis dahin unbekannte Musiker Mike Oldfield alt, als er sich für ganze drei Jahre in die legendären Abbey Road Studios zurückzog, um gut 20 Instrumente selbst einzuspielen und mit dem Resultat die Hörgewohnheiten herauszufordern. "Tubular Bells" sollte die allererste Veröffentlichung auf einem brandneuen Label werden, das heute längst zum Markenzeichen erfolgreicher Popmusik avanciert ist - Virgin Music. Bis heute ist das unkonventionelle Label-Debüt rund 16 Millionen Mal über die Ladentheken gegangen und genießt längst Kult-Status als zeitloses und visionäres Kapitel der Instrumental-Rock- Geschichte.

Es ist nicht nur das 30-jährige Jubiläum seines ersten wirklich erfolgreichen Albums, das Mike Oldfield dazu bewogen hat, seine alten Ideen wieder ins Studio zu tragen. Lange Jahre hat der Multi-Instrumentalist den Wunsch gepflegt, das alte Material zu überarbeiten; an der Erfüllung hinderten ihn allerdings langjährige Vertragsbindungen. Von den rechtlichen Fesseln befreit, hat Oldfield nun die Chance genutzt, "Tubular Bells" ins neue Jahrtausend zu transportieren.

Die knapp 50 Minuten Musik aus dem Jahr 1973 haben das Fundament für eine neue sanfte, teilweise vertrackte und sehr atmosphärische Art des musikalischen Schaffens und ganzer Genres gelegt, trotzdem fielen dem Künstler selbst im Laufe der Jahre immer wieder Ungenauigkeiten und vor allem die Grenzen der Studiotechnik der 70er Jahre auf. Dem Perfektionisten Mike Oldfield genügte es nun allerdings nicht, seinen Meilenstein ein wenig digital aufzupolieren und als Re-Issue auf den Markt zu bringen - er hat sich für eine komplette Neuaufnahme entschieden, die die Aspekte seiner eigenen künstlerischen Reifung mit der Ausweitung technischer Sound-Grenzen auf interessante Art und Weise verbinden.

Mike Oldfields innovativer Stilmix aus Rock und klassischen Elementen spielt nach wie vor die Hauptrolle auf der 2003er-Ausgabe von "Tubular Bells". Monumental, dicht und ideenreich besteht das ursprüngliche Fundament auch in der Gegenwart, in der sich selbst der Mainstream-Pop längst mit kunterbuntem Grenzgängertum angefreundet hat und neue Musikrichtungen eigentlich nur noch durch immer kompromissloseres Crossover oder krudere Fusionen das Licht der Welt erblicken.

Die Feinheiten von "Tubular Bells" allerdings treten nun auf einem ganz neuen produktionstechnischen Level in den Vordergrund. Verschluckte oder mäßig differenzierte Sounds gehören der Vergangenheit an. "Tubular Bells 2003" präsentiert sich als audiophiles Kleinod. Das eindrucksvolle Instrumentarium der Erstausgabe findet nun seine Ergänzung in digitaler Synthie- und Sample-Technik, ohne daß die Authentizität des Album-Klassikers unter diesen Neuheiten leidet.

Mike Oldfield läßt alte Ideen im neuen Glanz erstrahlen, erfüllt sich und Hi-Fi-Fans einen Herzenswunsch und erinnert auch an den musikalischen Wendepunkt zwischen Hippie-Sound und elektronischen Musikwelten. Wahre Fans können sich darauf freuen, dass neben der konventionellen CD auch ein Multimedia-Doppelalbum inklusive DVD erscheint. (dpa-Meldung)
 


Schon seit etlichen Jahren wollte Mike Oldfield "Tubular Bells" neu einspielen, nun endlich sind alle vertraglichen Verpflichtungen aus dem Weg geräumt, die ihn daran hinderten. Immerhin ein verständlicher Wunsch: nie wieder hat Oldfield derart die Musik-Welt bewegt wie mit diesem Album von 1973, das sich insgesamt 16 Millionen mal verkaufte, und ohne das es Ambient, Trance und New Age so nicht geben würde.

Bereits Anfang der 70er begann Oldfield mit den Vorbereitungen für seinen weltberühmten Alleingang. Nach drei Jahren intensiver Arbeit an "Tubular Bells" präsentiert er im Mai 1973 ein imposantes Werk, das aus mehr als 2300 (!) Overdubs besteht. Viele Labels halten das für übertrieben, zu anspruchsvoll und schwer verkäuflich! Nur Virgin kann sich damit anfreunden und veröffentlicht damit das bis heute erfolgreichste Album der Firmengeschichte.

Anfang der 90er gelingt es Mike Oldfield, sein Markenzeichen wieder zu beleben und an den frühen Erfolg anzuknüpfen. Die von Trevor Horn (Frankie Goes To Hollywood) co-produzierte "Tubular Bells II" findet zurück zu orchestralen Klangstrukturen, die Oldfield auch live wieder mit voller Wucht darstellt und immerhin noch etwa drei Millionen Abnehmer fand. Dagegen war den Nachfolgern "Tubular Bells III" (1998) und "The Millennium Bell" (1999) kein nennenswerter Erfolg mehr beschieden.

Nun also quasi zum 30. Geburtstag des Werkes und zum 50. seines Schöpfers (am 15. Juni 2003) die Neu-Einspielung des Originals "Tubular Bells". Gleich bei den ersten Takten der "Introduction", dem Leitmotiv aus Friedkins Klassiker "Der Exorzist" stechen neue Klänge ins Ohr; ein a-rythmisches Orgelthema beispielsweise, das den hypnotischen Kreislauf der Melodien konterkariert, ist auf der Original-LP nicht (mehr?) zu hören.

Im Großen und Ganzen ist Oldfield aber der Original-Komposition treu geblieben; neu an "Tubular Bells 2003" ist, abgesehen von John Cleeses doch sehr ironisch klingenden Instrumentenankündigungen vor allem der Klang. Dabei sind es erstaunlicherweise weniger Keyboardflächen oder Glockentöne, denen man einen Zeitsprung anhört, sondern die Saiteninstrumente. Das fällt schon auf, wenn im Titelthema erstmals ungeheuer druckvoll und trocken der Baßlauf einbricht und setzt sich in den krachenden Gitarrenriffs von "Basses" fort.

Da verdient sogar das früher eher harmlose "Thrash" plötzlich seinen Namen. Und wenn man es auch bedauern mag, daß manche Unebenheit des Klassikers geglättet scheint, muß man doch in dieser Neuauflage von "Tubular Bells" nicht nur Beutelschneiderei vermuten. (von laut.de)
 


Er hat es wieder getan. So kann es kommen, wenn man jahrelang alleine hinter verschlossenen Jalousien hockt, sich verschrobene Computerspiele ausdenkt und immer wieder die gleiche Platte hört. Bis man glaubt, es müsse solch ein schönes Werk mindestens in zwei Versionen geben.Und dann in drei. Und irgendwann in fünf. Auch wenn draußen in der echten Welt kein Mensch mehr mitzählt.

Und jetzt, elf Tage nach seinem Fünfzigsten, öffnet Mike ganz kurz die Tür seines Studios im Souterrain, blinzelt blaß in die eklige Morgensonne und wirft seine Jubiläumsversion der TB aufs Pflaster.

Darauf befinden sich im Wesentlichen die gleichen Songs wie auf dem 1972er-Original, angeblich aber trägt der Meister mit dem Eigenplagiat, wir hören und staunen, den verbesserten technischen Möglichkeiten Rechnung. Das ist aber purer Quatsch. In Wahrheit verbeugt sich Oldfield vor der eigenen Fantasielosigkeit und hat dummerweise wieder Leute gefunden, die sein geklittertes Werk aus dem Staub und dann auch noch verbal in den Himmel gehoben haben. (aus WOM-Journal)
 


Zum 30-jährigen Jubiläum des epochalen Erstlingswerks "Tubular Bells" hat Mike Oldfield nun eine Neueinspielung des Albums vorgelegt. Wer braucht denn so was, fragte ich mich und meine Skepsis gegenüber dieser Neueinspielung hat ja einen durchaus greifbaren Hintergrund, war doch der letzte Output von Oldfield gar grauselig und nicht nur überflüssig, sondern wirklich peinlich für einen Mann, der Rockgeschichte geschrieben hat. Das oft geschmähte "Moonlight Shadow" war ja eh nur eine Art Initialzündung für den musikalischen und kommerziellen Niedergang Oldfields. Zuletzt beglückte er die Musikwelt mit Selbstplagiaten, die er sinnigerweise dann auch gleich "Tubular Bells II", "Tubular Bells III" oder "The Millennium Bell" (aua!!) nannte. Braucht man da wirklich eine Neuaufnahme?

Mit der Antwort habe ich bestimmt nicht gerechnet, denn sie lautet Ja! Mike Oldfield ist mit "Tubular Bells 2003" ein äußerst schwieriger Spagat zwischen Modernisierung des Sounds und bloßer Reproduktion gelungen. "Tubular Bells 2003" klingt so frisch und bombastisch, so audiophil wie seinerzeit das Original. Was wirklich faszinierend ist: Obwohl im Arrangement sehr nah am Original, klingt das Album dennoch nicht wie ein Art-Rock-Relikt aus den 1970ern, sondern wie ein zeitgemäßer Beitrag zur instrumentalen Rockmusik. Der wahrlich perfekte Klang der Aufnahme macht das Album zu einem echten Highlight. Respekt, Herr Oldfield. (aus Der Schllplattenmann)