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Mike Oldfield macht sich auf die Socken,
doch wohin geht die Reise? Immerhin fährt der
vorzugsweise in autistischer Abgeschiedenheit werkelnde
Multi-Instrumentalist und Produzent seit über 20 Jahren
rasant im Kreis. Spätestens nach der dritten Nummer ist
es amtlich: "Voyager" ist kein Ausbruch aus
Oldfields Schema F, nicht mal ein Ausbruchsversuch.
Gelangen ihm auf Frühwerken wie "Tubular Bells"
oder "Ommadawn" zumindest partiell mitreißende
Melodien, erschöpft sich "Voyager" in
keltischen Klischees. Reiseziel Irland? Dann ist der Engländer
nicht allzu weit gekommen. Und außer esoterischen
Selbsterfahrungsgruppen, die sich auf Gummimatten liegend
jetzt bitte alle die Hände geben, brauchen wohl nur die
wenigsten Mikes gälischen Muzak. Am allerwenigsten Leute,
die auch ohne Musik einschlafen können. (aus Fachblatt
Musikmagazin)
Mike Oldfield entdeckt den halben Iren in
sich und vergreift sich an keltischer Musiktradition. Das
ist eigentlich schon alles, was man wissen muß. 23 Jahre
nach dem phänomenalen Klangexperiment "Tubular
Bells" ersäuft sich Oldfield endgültig selbst in
einem Sumpf von versponnenen, schlabberweichen
Klangwolken, durch die ab und zu ziehende
Dudelsack-Schauer gerade noch so daran erinnern, daß ein
Teil der Kompositionen gestandenes Traditional-Material
ist. Natürlich wird auch auf "Voyager" wieder
alles vom Meister höchstselbst erdacht, gespielt,
produziert und abgerechnet. Vielleicht bräuchte er aber
mal einen, der ihm in den Hintern tritt. Diese Platte wird
Minute für Minute schön langsam immer unerträglicher.
Vielleicht braucht man so etwas bei bestimmten Formen der
Psychotherapie. Ein Mensch mit durchschnittlichem
Temperament rastet bei dem pseudofolkloristischen
Monsterkitsch spätestens nach einer halben Stunde aus.
"Ich wollte den Geist einer mythologischen Welt
einfangen", haucht Oldfield, wahrscheinlich gerade
bei einer T´ai-Chi-Übung. Ins Netz gegangen ist ihm aber
mit diesem musikalischen Gesülze lediglich der Geist der
mysteriösen Klangverschwurbelung. (aus ME/Sounds)
Mit "Tubular Bells" läutete er
1973 seine Karriere ein. Als Reisender packt der britische
Eigenbrötler anno 1996 viele Secondhand-Ideen in sein Gepäck:
pulsierende Melodien mit irisch-esoterischem Flair. **
Klang: 03-04 (aus Audio)
Das leichteste Ziel im Musikschaffen von
Vergangenheit & Gegenwart, der alte, arme, jenseitige
Mike Oldfield. Es tut einem nur noch leid, wie der
Spaceman gar nicht mehr anders kann und auf "The
Voyager" (WEA) das All und die Frauen von Irland
bedudelt. Out of another world. (aus Rolling Stone)
Musikalischer Tranquilizer oder
harmonieverliebtes Soundgenie? Auch nach 23 Jahren
scheiden sich an Mike Oldfield noch die Geister. Auf
seiner jüngsten Expedition ins Reich der Klänge versucht
er "den Geist einer mythologischen Welt einzufangen
und einen Bezug zu den alten Legenden der Kelten
herzustellen" wie der Meister blumig kommentiert.
Dudelsäcke, Harfen und das London Symphony Orchestra
geben Oldfields eigenen Stücken und den
irisch-schottischen Traditionals feierliches Flair. Doch
anders als Mark Knopfler gelingt es ihm nicht, den üppigen
Sound zu erden. (aus Stereoplay) |