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Die Videojahre: 1985 - 1988

1985 entschied Virgin, daß es Zeit sei für einen Rückblick auf Mikes nunmehr zwölfjährige Karriere. Das Doppelalbum "The Complete Mike Oldfield" wurde herausgegeben. Eine der vier LP-Seiten war unveröffentlichten Liveaufnahmen gewidmet. Sie enthielt einige bemerkenswerte Gitarrenstücke aus der 1981er Tour.

Mikes Interessen bei der Studioarbeit richteten sich nun vermehrt auf die Nutzung von Videos bei der Gestaltung seiner musikalischen Arbeit. Er hatte sein eigenes Studio in Buckinghamshire mit modernster Technik, wie einem Quantec Mirage-Computer, ausgestattet, mit dem er die Bilder für "Pictures In The Dark" erzeugte. Mit den Sängern Anita Hegerland, Barry Palmer und dem 15jährigen Knabensopran Aled Jones wurde dieses Stück als Videosingle aufgenommen und im November 1985 veröffentlicht.

Mikes Heimstudio wurde weiterhin mit sieben Synthesizern ausgestattet, und in einem Interview aus dem Jahre 1986 beschrieb er seine Vorgehensweise als das genaue Gegenteil der Arbeit anderer Musiker, die wie selbstverständlich Ausschnitte aus fremden Aufnahmen verwenden: "Ich benutze gerne Samples aus meinen eigenen Werken und spiele sie am Ende der Aufnahmen auf irgendeinem Instrument."

In einem späteren Interview erklärte er, warum es sinnvoller sei, natürliche Klänge anstatt künstlich erzeugter zu verwenden: "Computermusik heißt doch nur, einem Computer beim Spielen zuzuhören. Es ist wie eine Art Pianola oder Drehorgel, es ist vollkommen seelenlos."

1986 konzentrierte sich Mike auf die Erstellung eines Videoalbums, das schließlich im September 1988 auf Videokassette und Laserdisc als "The Wind Chimes" herauskam. Unterstützt wurde er unter anderem von Regisseur Alex Proyas, der das Video zu "Magic Touch" drehte und zuvor bereits mit Crowded House und anderen Bands zusammengearbeitet hatte. Die einzige Neuveröffentlichung des Jahres 1986 war die Single "Shine" mit Sänger Jon Anderson.

Das zu "The Wind Chimes" gehörige Album war "Islands", das 1987 herauskam. Zu dem zweiteiligen Instrumentalstück "The Wind Chimes", das wiederum von Simon Phillips co-produziert worden ist, wurde Mike durch Musik inspiriert, die er während eines Urlaubes auf Bali gehört hatte. Auf "Islands" waren außerdem Kevin Ayers, der frühere Roxy Music-Saxophonist Andy Mackay, Geoff Downes, Michael Cretu und Anita Hegerland dabei. Das als erste Single ausgekoppelte Titelstück wurde von Bonnie Tyler gesungen.