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Das Ende der Ära Virgin: 1989 - 1991

1989 nahm Mike eine siebenminütige Version von "Tubular Bells" für die Nick Campbell Radio Show auf BBC Radio One auf. Diese führte dazu, daß die Begeisterung für einen Nachfolger dieses großartigen Albums neu entfacht wurde, die Themen mit der Technologie der 90er Jahre neu aufzuarbeiten. "Tubular Bells II" hatte schon lange auf dem Programm gestanden. In der Vorstandsetage von Virgin hatte man schon gespannt darauf gewartet, und 1982 berichtete der New Musical Express, daß die Veröffentlichung von "Tubular Bells II" unmittelbar bevorstünde! Nun bereitete sich Mike auf die Produktion dieses Nachfolgealbums vor.

Bevor dieses jedoch geschah, veröffentlichte er drei weitere Aufnahmen. Die erste war 1989 "Earth Moving", die nicht weniger als sieben Leadsänger in ihren neun Stücken präsentierte. Maggie Reilly kehrte für "Blue Night" zurück, während Chris Thompson, Mitglied von Manfred Mann´s Earth Band, in zwei verschiedenen Songs zu hören war. Mit "Innocent" gelang Mike Oldfield in Deutschland die bisher letzte Top 10-Platzierung.

"Amarok" aus dem Jahre 1990 war die Rückkehr zum Format der großen Trilogie von 1973 bis 1975. Ebenso wie "Tubular Bells", "Hergest Ridge" und "Ommadawn" war es eine sinfonische Einzelkomposition. "Amarok" vereinte Mike wieder mit Tom Newman, mit dem er schon bei "Tubular Bells" gearbeitet hatte. In mancherlei Hinsicht ist es das unter seinen späten Werken, das "Tubular Bells" am meisten ähnelt. Die Bells tauchen wieder auf, genauso wie der Caveman.

"Amarok" ist ununterbrochenes 60minütiges Stück, das stilistisch von englischer Folklore über spanischen Flamenco bis zu afrikanischen Rhythmen reicht und das modernste Studio- und Musiktechnologie mit typischen Oldfield-Zutaten vereinigt. Es ist interessant, die 1990 zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten mit denen von "Tubular Bells" aus den damals eröffneten Manor-Studios zu vergleichen. In beiden Fällen jedoch nutzte Oldfield alle vorhandenen gegebenen Möglichkeiten genauso meisterhaft aus wie seine Fähigkeit, diese in den kreativen Prozess zu integrieren.

"Heaven´s Open" erschien 1991 und verfügte über die von "Platinum" vertraute Struktur: Eine Hauptkomposition und einige Songs. Zum ersten Mal sang Mike diese selbst, ohne einen Gastsänger. Er erzählte einem Interviewer: "Ich komme jetzt viel besser mit meiner Stimme zurecht. Ich freue mich, daß ich doch kein so schlechter Sänger bin, wie ich immer glaubte." Mike wurde unter anderem von Saxophonist Courtney Pine, Simon Phillips, Pianist Mickey Simmonds und Bassist Dave Levy begleitet. Der Haupttitel auf "Heaven´s Open" war das 20minütige Opus "Music From The Balcony".

Nachdem Mike seine vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Virgin erfüllt hatte, der Plattenfirma, der er 1973 zu ihrem Erfolg verhalf, bereitete er die Aufnahmen zu "Tubular Bells II" vor. Sein neuer Manager Clive Banks verhandelte über einen zukünftigen Plattenvertrag, und nach 19 Jahren und 14 Alben endeten Mike Oldfields Tage bei Virgin.