Nach seinem Ausflug zum irischen und schottischen Folk
machte Mike Oldfield einen Schritt in Richtung dancefloororientierter
Musik. Waren in den vergangenen Jahren bereits von einigen Titeln, so z.
B. "Sentinel",
"Let There Be Light" oder
"Women
Of Ireland", verschiedene Remix-Versionen veröffentlicht worden,
so arbeitete Mike nun in seinem Studio auf Ibiza selbst an einer
"Club-Version" von "Tubular Bells". Schon bald wagte er einen
Test und ließ eine frühe Version in einem dortigen Club spielen. Das
Ergebnis konnte überzeugen, und so war die Idee zu "Tubular Bells
III" geboren.
Ein etwa vierminütiger Ausschnitt war bereits auf
"XXV - The
Essential Mike Oldfield", einem weiteren Best-of-Album, das
im November 1997 erschien, zu hören.
Nachdem jedoch bereits etwa 30 Minuten aufgenommen waren, verwarf
Mike allerdings den Gedanken, ein komplettes Album in diesem Stil
herauszubringen. Stattdessen kehrte er Ibiza den Rücken und setzte die
Aufnahmen in seiner englischen Heimat fort. Herausgekommen ist ein
äußerst abwechslungsreiches Werk, das Elemente aus Trance, Ambient,
Rock, Pop und Flamenco miteinander kombiniert.
So enthielt "Tubular Bells III" mit
"Man In The
Rain" einen Titel, den Mike bereits in den Achtzigern geschrieben, bisher aber
nicht veröffentlicht hatte. Daß dieser Song stark an
"Moonlight
Shadow" erinnerte, war darauf zurückzuführen, daß Simon
Phillips´ Schlagzeugtrack vom Original kopiert wurde und die Stimme der
Sängerin Cara der Maggie Reillys ähnelt.
Auch auf "Outcast" und
"Far Above The Clouds" verwendete Mike das zuvor für
"Shadow On The Wall" bzw.
"Ommadawn" eingespielte Schlagzeug.
Dieses Album hielt Mike für das ehrlichste und realistischste, daß
er je gemacht hatte. "Es spiegelt die guten und bösen Seiten
meiner Persönlichkeit wider. Das Original war reine Phantasie und
sollte einfach nur wunderschön sein. Hier wollte ich tiefer
gehen."
Auf den Tag genau sechs Jahre nach der Aufführung von "Tubular
Bells II" erlebte die dritte Ausgabe ihre Weltpremiere anläßlich eines
Konzertes auf dem Horse Guards Parade in London.
Anschließend widmete Mike sich einem neuen Projekt, einem reinen
Gitarrenalbum. Sämtliche Klänge, so auch die Schlagzeugsounds,
basieren auf natürlichen Instrumenten oder Gitarrensamples.
Folgerichtig hieß diese im Mai 1999 veröffentlichte Platte auch
"Guitars".
Der Sommer stand ganz im Zeichen der
"Then And Now"-Tour, die Mike auch erstmals in die Staaten des
ehemaligen Ostblocks führte. Mit seiner fünfköpfigen Begleitband
spielte er u. a. in Ungarn, Österreich, Deutschland, Spanien,
Frankreich, England, Tschechien und Polen.
Noch im selben Jahr folgte
"The Millennium Bell". Auf diesem Album versuchte Mike Oldfield, die
letzten 2000 Jahre musikalisch zu verarbeiten; angefangen mit der Geburt
Christi, über die Entdeckung Amerikas, das Zeitalter der Romantik, den
Zweiten Weltkrieg bis hin zur Gegenwart. Dementsprechend vereinte dieses
Werk unterschiedliche Stile und Stimmungen.
Das Jahr 1999 beschloß Mike mit einem
Konzert an der Berliner Siegessäule, dem etwa eine halbe Million Menschen
beiwohnte. Hier spielte er mit Band, Orchester und Chor neben einem
Querschnitt aus seiner langen Karriere und einer Reihe von Titeln aus
"The Millennium Bell" auch einen neuen Titel, "Art In Heaven",
der der Untermalung der gleichnamigen Lichtshow diente. Dieses Spektakel
wurde auch auf Video festgehalten. |