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In virtuellen Welten: 2000 - 2005

Mike Oldfield wandte sich nun wieder einem Projekt zu, das er bereits seit Anfang der Neunziger verfolgte: Der Schaffung virtueller Welten.

Die Grundidee zu dem, was 2002 als "Music VR" veröffentlicht wurde, war bereits 10 Jahre vorher entstanden. Damals waren noch Hochleistungsrechner erforderlich, um auch nur eine Basisversion dessen, was Mike vorschwebte, zum Laufen zu bringen. Nachdem jedoch die Computer-Technologie in den vergangenen Jahren rasante Fortschritte machte und die heutigen PC in ihrer Leistungsfähigkeit den damaligen Silicon Graphics-Rechner weit hinter sich lassen, entschloß sich Mike, "Music VR" für den PC umzusetzen.

Nach verschiedenen Titeländerungen (von "Sonic Reality" über "Sonic VR" zu "Music VR"), verschobenen Veröffentlichungsterminen und Demo-Versionen sowie Alkoholeskapaden wurde endlich im Mai 2002 nach über zweijähriger Arbeit die erste "Music VR"-Episode names "Tres Lunas" veröffentlicht. Realisiert wurde dieses gewaltfreie Spiel allein von Mike, einem Programmierer und einem Grafiker.

Gleichzeitig spielte Mike auch ein neues Album mit dem selben Titel ein, in dem eine Reihe der im Spiel auftauchenden Melodien im Chill out-Stil verarbeitet wurden.

Abgesehen von Spanien, wo sowohl das Album als auch die dort ausgekoppelte Single "To Be Free" die Top 10 der Hitparaden erreichten, war "Tres Lunas" ein nur mäßiger Erfolg beschieden und auch die Kritiker zeigten sich größtenteils wenig angetan.

Einzig in Spanien erschien außerdem "Thou Art In Heaven" als zweite Single-Auskopplung.

Unmittelbar im Anschluß an die Veröffentlichung kehrte Mike erneut zu den Anfängen seiner Karriere zurück. Zum 30jährigen Jubiläum von "Tubular Bells" erschien eine komplette Neueinspielung des Erstlings, die sich sehr streng am Original orientierte. Dieses Werk hatte Mike Oldfield erneut im Alleingang eingespielt, lediglich unterstützt von seiner Schwester Sally und John Cleese, der den Part des verstorbenen Vivian Stanshall als "Master Of Ceremonies" übernahm.

Die äußerst dürftige Promotionarbeit in Verbindung mit der Inflation an Alben mit dem Bells-Logo führte dazu, daß "Tubular Bells 2003" sich noch schlechter verkaufte, als ein Jahr zuvor "Tres Lunas".

Obwohl bereits die erste "Music VR"-Episode nur etwa 3.000 mal registriert wurde und damit zu einem riesigen Zuschußgeschäft avancierte, arbeitete Mike an einem zweitem Teil mit dem Titel "Maestro". Dieses Spiel erschien im März 2004. Die darin enthaltene Musik beschränkt sich jedoch in der Hauptsache auf Ausschnitte aus "Tubular Bells 2003".

Im Februar 2004 wurde - nach unzähligen Verzögerungen - die bereits für Juli 2003 angekündigte DVD-Audio von "Tubular Bells 2003" veröffentlicht. Sie enthält neben dem kompletten Album im 5.1-Mix u. a. auch fünf Auszüge aus den bereits 1971 erstellten "Tubular Bells"-Demos.

Für das nächste Album verabschiedete sich Oldfield von seiner bisherigen Produktionsweise. Er ließ fast sein komplettes Tonstudio ausräumen, um hauptsächlich am PC zu arbeiten. Selbst den Gesang erzeugte er nun mit einer entsprechenden Software. Das Resultat dieser Arbeit wurde im September 2005 in Form des Doppel-Albums "Light + Shade" auf seinem neuen Label Mercury Records veröffentlicht.

Obwohl sich Mike Oldfield zufrieden mit den Absatzzahlen zeigte, kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, daß "Light + Shade" zu einem seiner verkaufsschwächsten Werke avancierte.