www.tubular-world.com

   

 

Übersicht

Sie befinden sich hier: Startseite » Presseartikel » Ein Musikant in Virtualien

StartseiteSuchenSitemapKontaktUpdatesImpressum

Ein Musikant in Virtualien

Neun Jahre hat Sonderling Mike Oldfield an seinem PC Game getüftelt. Nun legt das Cleverle den Zugangscode seinem neuen Album "Tres Lunas" bei.

Gitarren können gar nicht fliegen, jedenfalls nicht sehr weit und schon gar nicht elegant. Mike Oldfield lächelt: "Wer sagt das?" Seine kann´s. Durch Canyons, über sanfte Hügel, hoch den Wolken entgegen. Blau ist sie und könnte ebenso gut ein Schmetterling oder Zeppelin sein, ein Klick ins Menü genügt. Neun Jahre ist es nun schon her, daß der scheue Brite daheim im meist abgedunkelten Studio begann, dreidimensionale Welten auf seinen Screen zu zaubern. Damals war es noch ein beiges 17-Zoll-Gerät, heute sitzt Oldfield vor dem größten handelsüblichen Flachbildschirm und guckt noch immer wie ein kleines Kind an Weihnachten.

Das wird bald wohl auch seinen neuen Kunden so ergehen. Wer sich Oldfields neue CD "Tres Lunas" kauft, erwirbt damit auch gleich eine CD-ROM, die dem User das Paßwort und einen fulminanten Teaser für zukünftige Spielwochenenden liefert. Die (vorläufig) vier Ebenen von "Music VR" sind dann gegen "moderate Gebühr", so der Dealer himself, im Netz erhältlich. "Bis zu 13 Player", sagt Oldfield, "können im Internet weltweit dann interaktiv miteinander spielen." Gut möglich, dabei auf Mike höchstpersönlich zu treffen, denn der knapp 50jährige sieht schon jetzt so aus, als trage er seine blasse Haut gar nicht mehr auf die Terrasse.

Zum Glück aber auch nicht mehr unbedacht zu Markte. Selbst wenn sich der Phantast "durchaus ein Tubular Bells 5 vorstellen" kann, ist "Tres Lunas" zweifellos die bessere Alternative. Die CD bietet Chillout Music for Everybody und den kongenialen Soundtrack zum Spiel. Was übrigens Schule machen könnte, weil Oldfield die besten Ingredienzen aus Ballerspiel und Racing Game zusammen führt und, gleichsam entschärft, mit Phantasie anreichert: Halsbrecherische Rennen durch die Natur, Schießen auf die Feinde derselben; Meteoriten dürfen vom Himmel geholt werden, Delphine aber nicht aus den Fluten. Daß sensible Menschen keine Weicheier sein müssen, merken wir nach 20 Minuten mit Music VR: feuchte Finger, leuchtende Augen, haben wollen.

(aus WOM-Journal, 2002)