Tubular Bells 2003
Schon 1972 fühlte Soundtüftler Mike Oldfield, daß die
limitierte Studiotechnik der frühen Siebziger nicht ausreichte,
um seine musikalischen Visionen vollständig auf den Punkt zu
bringen. Zum 30. Veröffentlichungsjubiläum hat er nun seinen
Klassiker "Tubular Bells" neu eingespielt.
Das Ergebnis überzeugt: Der Sound ist der Gegenwart
angemessen und nutzt die Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts. Die
ausgefeilte Studiotechnik weitete das Klangspektrum und damit
einhergehend auch die dramaturgische Umsetzung erheblich aus.
Neu sind auch die legendären Ansagen der einzelnen Instrumente
am Ende des ersten Teils. Damals präsentiert von Viv Stanshall,
ist es nun kein geringerer als Ex-Monty Python-Star John Cleese,
der diese Aufgabe übernommen hat. Wie ein ekzentrischer
Schuldirektor kündigt er die Instrumente an und verleiht der
Stelle eine nicht unhumorige Nuance.
Allgemeines Kulturgut
Trotz seines Melodienreichtums und seines sich stetig
durchziehenden Flusses, ist "Tubular Bells" nie ein reines New
Age-Experiment gewesen. Sein musikalisches Leitmotiv war
immerhin beunruhigend genug, daß es für einen der wohl
unheimlichsten Filme aller Zeiten eingesetzt wurde - in "Der
Exorzist" von William Friedkin. Seither ist die Melodie so etwas
wie ein allgemeines Kulturgut geworden, das in zahllosen Horror-
und Fernsehfilmen zur Sounduntermalung eingesetzt wird.
Fortsetzung folgt
1992 tat sich Mike Oldfield mit Trevor Horn zusammen, um
"Tubular Bells II" aufzunehmen, das bis heute eines seiner
erfolgreichsten Alben geblieben ist. Ein dritter Teil folgte
1998, bis Oldfield Ende 1999 das Album "The Millennium Bell"
veröffentlicht. Dieses bildete die Grundlage für ein bislang
ungetopptes Spektakel: In der Silvesternacht 1999/2000 spielte
Mike Oldfield um Mitternacht live am Brandenburger Tor. 500.000
Zuschauer und 200 Millionen TV-Gäste verfolgten das Ereignis zur
Jahrtausendwende live oder am Bildschirm.
(aus Super-Illu, 2003)
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