Tony Henry, Mike Oldfield und OMD begeisterten das Bremer
Publikum im AWD-Dome
Toller Tenor, enttäuschender Turner
Zum Schluß gab es wieder einmal Standing Ovations für die
Künstler der "Nokia Night Of The Proms" am vergangenen Dienstag
im AWD-Dome. Dabei wurde vor allem der Tenor Tony Henry vom
Publikum gefeiert.
Mehr als drei Stunden lang präsentierten das Orchester Il
Novecento unter der Leitung von Dirigent Robert Groslot, der
50köpfige Chor Fine Fleur und die internationalen Gaststars eine
bunte Mischung aus der Highlights der Klassik- und
Popgeschichte. In diesem Jahr begeisterten Mike Oldfield
("Shadow On The Wall", "Moonlight Shadow") und die britische
Band OMD ("Maid Of Orleans") die weit mehr als 10000 Besucher im
nahezu ausverkauften AWD-Dome. Doch als heimlicher
Publikumsliebling kristallisierte sich während des Abends der
dunkelhäutige Tenor Tony Henry heraus. In einem Duett mit dem
auch als begnadeten Sänger bekannten "Proms"-Stammgast John
Miles ("Music") bewies Henry, daß ein ausgebildeter Tenor in
einer anderen Liga singt als ein Popstar. Weniger überzeugt hat
dagegen der Auftritt von Ike Turner. Der mittlerweile 75jährige
Altstar wirkte bei seinen beiden Kurzauftritten müde und paßte
nicht wirklich in das ansonsten wie immer stimmige Konzept der
Show.
Das Phänomen "Notp" hat sich in den vergangenen 20 Jahren von
der als Studentenfete im belgischen Antwerpen gestarteten
Musikveranstaltung zu einer alljährlich ausverkauften
Konzerttournee durch fünf europäische Länder entwickelt.
In Deutschland führt seit Jahren der Radiomoderator Uwe Bahn
durch das Programm, der von sich selbst sagt, er trete "am
liebsten in Bremen vor das Publikum". Nur hier könne er als
Fußball-Fan und Bundesliga-Berichterstatter in den
Zwischenmoderationen so gekonnt seine Anspielungen auf die
speziell in der Hansestadt unbeliebten Stars von Bayern München
bringen - "in Hamburg oder Hannover geht das nicht", so Bahn.
(aus Bremer Anzeiger, 2006)
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